Estland

Herrenhaus Palmse - Das bekannteste Landgut in Estland

Im nordöstlichen Landkreis Virumaa befindet sich mit Palmse das bekannteste Landgut Estlands. Vor Ort vereinen sich bauliche Pracht und schiere Größe zu einem in dieser Form einmaligen Gesamtwerk estnischer Herrenhaus-Architektur. Neben dem beeindruckenden Hauptgebäude verfügt Palmse über eine Reihe nicht minder sehenswerter Zusatzbauten, umgeben von pfleglichst gehüteten Parkanlagen. Das Areal ist spätestens seit seiner aufwändigen Renovierung in den 1970er Jahren touristisch - und damit auch kommerziell - voll erschlossen. Es ist daher nicht auszuschließen, dass Palmse von seinen Besuchern als reichlich atypisch estnisch wahrgenommen wird.

Schloss Palmse
Herrenhaus Palmse - Idyllisches Schloss und ein Wahrzeichen Estlands.

Die erste verbriefte Erwähnung des Guts datiert auf das Jahr 1287, zu dieser Zeit diente es einem Tallinner Orden als Nonnenkloster. Im weiteren Verlauf des Mittelalters folgten mehrere Besitzer, erst das Adelsgeschlecht von der Pahlen vermochte es für den Zeitraum von 1677 bis 1923 dauerhaft in Besitz zu nehmen. 1697 ließen die neuen Hausherren im Zentrum der Parkanlage das opulente Hauptgebäude errichten, welches - abgesehen von einem Umbau im späten 18. Jahrhundert - in seiner ursprünglichen Form erhalten geblieben ist.

 

Park-Hotel Palmse - Schnapsbrennerei
Ehemalige Schnapsbrennerei. Heute befindet sich darin das Park-Hotel Palmse.

Heute ist Palmse Hotel, Museum und tagestouristisches Ziel zugleich. Alles steht natürlich unter Denkmalschutz, seit 2002 kümmert sich eine regionale Stiftung um die Belange des Geländes, das sich im Lahemaa-Nationalpark befindet und damit vor allem bei Wanderern sehr beliebt ist. Neben besagtem Haupthaus finden sich auf Palmse ein Badehaus, eine Orangerie, eine historische Brauerei und andere Bauten, die den Komplex zu einem mindestens tagesfüllenden Erlebnis machen.

 

Gewächshaus/Tropenhaus
Das alte Gewächshaus, oder besser: Tropenhaus, ist heute wieder in Betrieb.

Die örtliche Taverne ist standesgemäß im Brauerei-Trakt untergebracht. Traditionelle estnische Gerichte wie Knoblauchbrot, Kartoffelbrei, Bratfisch, verschiedene Suppen und köstliche Desserts (darunter die Landesspezialität Kama) machen die Speisekarte nicht gerade zu einem Appetitzügler. Im Laufe des Jahres finden auf Palmse zahlreiche Veranstaltungen statt, darunter klassische/folkloristische Konzerte, Lesungen und Kongresse aller Art. Ach ja, und geheiratet wird auf Palmse natürlich auch, was das Zeug hält. Man muss es sich eben nur leisten können.

 

Apropos: Das komfortable Hotel bietet bis zu 40 Personen Platz, wobei das Preisspektrum der Zimmer die komplette Bandbreite zwischen "preiswert" und "teuer" abdeckt. Die Suite kostet 100 Euro pro Nacht, und wer es günstig mag, kann für rund 20 Euro in einem Vierbett-Zimmer anheuern. Sämtliche Kontaktdaten finden Sie in der Infobox am rechten Seitenrand.


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