Estland

Weltkulturerbe Kihnu – Gelebte Tradition vor der estnischen Küste

Kihnu (zu Deutsch: Kühnö) gehört mit einer Fläche von mehr als 15 km² zu den zehn größten estnischen Inseln. Sie befindet sich knapp zwölf Kilometer vor einer südwestlichen Landspitze Estlands inmitten des Rigaischen Meerbusens und gehört als eigenständige Gemeinde dem Landkreis Pärnu an.

 

Fischernetze auf Kihnu
Fischernetze beim Trocknen.

Das Inselleben verteilt sich auf vier Dörfer, die in ihrer Erscheinung allesamt deutlich von Fischfang und ein wenig Landwirtschaft geprägt sind. Felder, Kiefernhaine und Wacholderwiesen bestimmen das landschaftliche Bild. Ruhe und Gelassenheit prägen die Lebensart der Bevölkerung.

 

Hinzu kommt, dass lokale Tradition auf Kihnu noch in vollen Zügen gelebt wird, was der Insel unlängst einen Eintrag in die Listen der UNESCO einbrachte. – Sie ist seit 2003 Weltkulturerbe. Passend dazu verbessert der Tourismus die ansonsten mäßigen ökonomischen Rahmenbedingungen.

 

Die von ungefähr 650 Menschen bewohnte Insel hat neben den für Estland typischen Traumlandschaften ein Heimatmuseum und einen im Süden gelegenen Leuchtturm als Sehenswürdigkeiten zu bieten. Der Turm wurde Mitte des 19. Jahrhunderts Stück für Stück aus England angeliefert und trotzt seither bei einer Höhe von fast 30 Metern Wind und Wetter.

 

Der aufkeimende Tourismus förderte in den vergangenen Jahren alternative Arten des Broterwerbs zutage. So bietet beispielsweise die insulanische Folklore-Gruppe den Besuchern Tänze und Lieder aus dem Fundus der langen Inselgeschichte dar.

 

Kihnu

Für Tagestouristen gibt es eine Reihe unterschiedlicher Möglichkeiten, den "Sprung" auf die Insel zu bewältigen. Es bestehen Fährverbindungen in das unweit auf dem estnischen Festland gelegene Seebad Pärnu sowie von Munalaid (Munalaiu sadam, Hafen von Munalaid), etwa 30 km nordwestlich von Pärnu.

 

Wer es schneller braucht, kann im Herbst und Winter auch per Flugzeug anreisen. Es existiert eine Verbindung ab Pärnu. Darüber hinaus wird der Rigaische Meerbusen bei besonders eisigen Temperaturen kurzerhand umfunktioniert.

 

Bei entsprechend dicker Eisschicht sind es nun nicht mehr Schiffe, sondern Autos, die zwischen der Insel und dem Festland verkehren - sicherlich der abenteuerlichste Weg in eines der interessantesten Areale Estlands.

 

 

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