Estland

Narva – Das "Bollwerk" an der russischen Grenze

Narva grenzt im Nordosten des Landes direkt an russisches Staatsgebiet. Dabei ist es eigentlich nur der Existenz des gleichnamigen Flusses zu verdanken, dass die so ungeliebte Besatzungsmacht vergangener Tage zumindest einen Steinwurf weit von estnischem Grund und Boden entfernt liegt.

Haus Narva
Betonklotz in Narva. Beinahe sehenswert.

Mit rund 70.000 Einwohnern ist Narva die drittgrößte Stadt Estlands und bleibt aus touristischer Sicht doch ohne größeres Gewicht. Zu gravierend sind vielerorts die architektonischen Verfehlungen der Sowjet-Ära.

Der Grund: Narva wurde im Verlauf des 2. Weltkriegs großflächig zerstört. Für einen optisch ansprechenden Neuaufbau fehlte es in der Folgezeit offensichtlich an Geld und Inspiration.

Heute sind es daher lediglich vereinzelte Bauten und Monumente, die mittelalterliche Ursprünge erkennen oder Vergleichbares zumindest erahnen lassen. Doch überhaupt schien städtebauliche Ästhetik in Narva noch nie ein Thema gewesen zu sein. Warum auch? Die Festungsstadt hatte zeit ihres Bestehens andere Aufgaben zu erfüllen, sie musste vor allem stark sein und ihren Bewohnern Schutz gewähren.

 

Fluss Narva
Welch Gegensatz. Abendliches Idyll am Fluss.

Man würde es sich jedoch zu einfach machen, Narva schlichtweg als das Opfer seiner geografischen Lage zu bezeichen. Einerseits gibt es auch hier – obwohl lediglich selektiv – eine Reihe sehenswerter Details zu entdecken. Andererseits ist die Stadt – Schönheit hin oder her – einer der wichtigsten überregionalen Verbindungsarme nach Russland.

Beispielsweise beträgt die Entfernung von hier aus in die russische Weltmetropole Sankt Petersburg gerade einmal 100 Kilometer. Sehr gut erreichbar über die in Tallinn beginnende Autobahn Nr. 1 beziehungsweise E20.


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