Estland

Vielseitiges Otepää – Wintersport, Traumlandschaft und mehr...

Trotz seiner sehr überschaubaren Anzahl von 2.200 Einwohnern ist das im Norden des Landkreises Valgamaa gelegene Otepää auch auf internationalem Parkett seit Jahrzehnten ein Begriff. Der Grund: Die Stadt gilt als Wintersportzentrum des Baltikums und bietet Langläufern ideale Bedingungen.

 

Loipe Otepää
Perfekt präparierte Loipen.

Kilometerlange Loipen sorgen dafür, dass sich die Einwohnerzahl in den Wintermonaten mehr als verdoppelt. Anders als in weiten Teilen Estlands gilt der Tourismus rund um Otepää schon längst als etabliertes und gewinnbringendes Geschäft.

 

Stolz nennt man sich daher auch Winterhauptstadt Estlands – ein Begriff, der angesichts des Gästeaufkommens und der überregionalen Beliebtheit des Wintersport-Orts keineswegs überzogen erscheint.

 

Skisprung-Schanze
Skisprung-Schanze von Tehvandi. Normalschanze K90.

In Otepää finden zudem Weltcup-Rennen im Skilanglauf statt, die das internationale Gäste- und Medienaufkommen an einigen Tagen des Jahres nochmals wesentlich erhöhen.

 

Doch auch in den warmen Monaten des Jahres muss sich Otepää keineswegs verstecken. Die Ortschaft liegt inmitten einer der malerischsten Landschaften, die Estland zu bieten hat. Im sogenannten Hochland von Otepää warten Moränenhügel, Urstromtäler und nicht weniger als 60 Seen auf Besichtigung (s. auch Sport & Aktivitäten).

 

Suur Munamägi
Der "Suur Munamägi", mit 318 Metern die höchste Erhebung des gesamten Baltikums.

Einer der beliebtesten Seen ist der südwestlich von Otepää gelegene Pühajärv (Heiligensee), sicherlich einer der schönsten des Landes. Kleine Inseln, ruhige Buchten und klares Wasser machen ihn für Badegäste auch überregional interessant, weshalb es gerade an warmen Tagen richtig voll werden kann.

 

Aber auch bei Anglern ist Otepää sehr beliebt. Mit Vorliebe verbringen sie ihren Sommer rund um den "mächtigen" Suur Munamägi (Großer Eierberg), der mit 318 Metern höchsten Erhebung weit und breit.

 

Geschichtlich reicht Otepää bis Anfang des 12. Jahrhunderts zurück, als ein zu Deutsch „Bärenkopf“ genannter Burghügel erstmals urkundliche Erwähnung fand. 1224 begannen Ordensritter an derselben Stelle mit dem Bau einer steinernen Festungsanlage samt Kirche – die eigentliche Geburtsstunde des zunächst Otipea genannten Bischofssitzes war angebrochen.

 

Otepää Gemälde
Die Kirche von Otepää in einer Darstellung aus dem Jahr 1866.

Über weitere geschichtliche Details informieren das örtliche Heimat- sowie das im Pfarrhaus ansässige Flaggenmuseum, dessen Daseinsberechtigung auf das Ende des 19. Jahrhunderts zurückreicht. Denn: 1884 weihte der Estnische Studentenverein in der Stadt erstmals seine blau-weiß-schwarze Fahne.

 

Innerhalb kürzester Zeit entwickelten sich die drei Farben zum Sinnbild des aufkeimenden estnischen Nationalbewusstseins, um 1922 schließlich zur noch immer gültigen Nationalflagge vereint zu werden. Insofern ist es sicherlich nicht vermessen zu sagen, dass das kleine Otepää auch in der gesamtestnischen Geschichtsschreibung einen gebührenden Platz gefunden hat.

 

 

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