Estland

Tallinn – Die mittelalterliche Metropole im Nordosten Europas

Die estnische Hauptstadt Tallinn (ehemals Reval) ist zu Recht als das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des nördlichsten Staates im Baltikum bekannt geworden. Folgerichtig wurde die Stadt für 2011 zur Europäischen Kulturhauptstadt ernannt (siehe Tallinn 2011). Ziel der nachfolgenden Schilderungen ist es, die Geheimnisse dieser faszinierenden Stadt aufzuspüren und anschaulich zu machen. Es gibt – soviel vorab – zahlreiche Höhepunkte zu entdecken.

Blick über den Hafen auf Tallinn.
Blick über Tallinn mit Dock des Fracht-Hafens im Vordergrund.

Mit mehr als 400.000 Einwohnern lebt hier etwa ein Drittel der estnischen Gesamtbevölkerung, was der direkt am Finnischen Meerbusen gelegenen Stadt auch in gesamteuropäischer Perspektive durchaus den Charakter einer Metropole verleihen kann.

Belebt: Straße in der Altstadt.

Zahlreiche mittelalterliche Bauwerke, Museen und andere Sehenswürdigkeiten manifestieren den Status einer traditionsbewussten und zugleich gereiften europäischen Hauptstadt täglich vor großem Publikum. Die hohe Internationalität des ehemaligen Hanse-Hafens ist bereits wenige Jahre nach der politischen Unabhängigkeit (1991) unübersehbar, auch weit über die Stadtgrenzen hinaus ausgestattet mit immenser Signalwirkung.

 

Spaziergang in Tallinn
Spaziergang im Zentrum. Im Hintergrund die Kuppeln der Aleksander-Nevskij-Kathedrale.

Tallinn ist nicht weniger als Estlands Tor zur Welt. Hier läuft alles zusammen. Hier werden die Schnittstellen zwischen estnischer Vergangenheit und Zukunft auf engstem Raum sichtbar, vielleicht sogar spürbar.

Das Telekommunikationsnetz ist hochmodern, es bestehen zahlreiche Verkehrsanbindungen in das europäische Ausland, und auch der stetige Zuwachs an Bürokomplexen verkörpert mit Nachdruck den fortschrittlichen Zeitgeist der Stadt. Dennoch fügt sich alles harmonisch in eine Fülle mittelalterlicher Sehenswürdigkeiten. Aufbruch und Modernität können dem Charme der im 10. Jahrhundert gegründeten Kapitale glücklicherweise nichts anhaben.

Stadtmauer
Große Kulisse für neues Glück.

Tallinn vermittelt seinen Bürgern und Besuchern damit gleichermaßen das (gute) Gefühl modernster Lebensqualität und großer Traditionsgebundenheit. Vornehmlich die seit 1997 zum Weltkulturerbe der UNESCO deklarierte Altstadt zeugt dabei von einer überaus bewegten Stadt- und Landesgeschichte.

Hier – rund um den mittelalterlichen Rathausplatz (Raekoja plats) – schlägt für jedermann deutlich sichtbar das touristische Herz der noch jungen estnischen Republik, die spätestens seit der am 01. Januar 2011 vollzogenen Währungsreform zu den perspektivreichsten Besucherregionen im Osten Europas zu zählen ist. Zumindest aber ist mit der Einführung des Euro eine weitere „kulturelle” Hürde gefallen, derentwegen sich manch ein Interessent zuvor noch gegen eine Reise nach Estland und insbesondere Tallinn entschieden haben dürfte.


» Nächstes Thema: Unterkunft in Tallinn


Suche