Estland

Die Altstadt – Großes Kulturerbe im Herzen Tallinns

Die Altstadt (vanalinn) Tallinns erstreckt sich im Wesentlichen über die Bereiche "Unterstadt" und "Domberg". Sie zeugt durch eine Vielzahl pfleglich restaurierter und bestens erhaltener Bauwerke von einer jahrhundertelangen und überaus bewegten Stadtgeschichte. Das mittelalterlich geprägte Zentrum Tallinns gilt als der schönste und touristisch wertvollste Stadtbereich im gesamten Baltikum – zu Recht einer der beliebtesten Zielorte im Nordosten Europas.

 

Enge Gassen in der Altstadt.

Tallinns Altstadt schafft es auf Anhieb, Interesse zu wecken. Von einer mächtigen Befestigungsmauer und zahlreichen Wachtürmen eingefasst, erstreckt sich im Herzen der Stadt eine fast labyrinthartige Verästelung von Straßen, Gässchen und Treppen.

 

Viele mittelalterliche Bauwerke - heute Restaurants, Läden oder Wohnhäuser - verfügen über stilechte Butzenfenster. Die lange und wechselvolle Historie Tallinns scheint den Besuchern zum Greifen nah.

 

Rathausplatz Raekoja plats
Der Rathausplatz (Raekoja plats). Zentrum der Altstadt.

Zu den touristischen Fixpunkten der unteren Altstadt gehören in erster Linie die am Fuße des Dombergs gelegene Nikolai-Kirche (Niguliste kirik), die zentral gelegene Heiliggeistkirche (Pühavaimu kirik) sowie etwas im Norden die schöne Olaikirche (Oleviste kirik). Hinzu kommen das Rathaus der Stadt samt belebtem Vorplatz und die Gildehäuser (gildi maja).

 

Auf dem ungefähr 50 Meter hohen Domberg thronte in Tallinn jahrhundertelang die herrschende Klasse. Adel und Klerus bot die Anhöhe neben Imposanz und inszenierter Überlegenheit vor allem Schutz und Ruhe vor dem gemeinen Treiben in der angrenzenden Unterstadt. Hier gibt es den spätgotisch geprägten Dom (Toomkirik), das schöne Schloss sowie die wuchtige Aleksander-Nevskij-Kathedrale zu bewundern.

 

Gösser-Bierstube Domberg
Die Viru-Straße führt zu Markt und Rathausplatz.

Deutlich bestimmt die Silhouette der Anhöhe samt ihrer prächtigen Bauwerke bereits von weitem das Stadtbild Tallinns; für Besucher ein absolutes Muss.

 

Angesichts dieser überaus erlesenen Ansammlung unterschiedlicher Sehenswürdigkeiten verwundert es kaum, dass inzwischen Jahr für Jahr mehr als eine Million Gäste in die aufstrebende Metropole strömen – überwiegend aus den Nachbarländern Skandinaviens und aus Mitteleuropa anreisend.

 

Strahlend schön: Aleksander-Nevskij-Kathedrale.

Zudem wurde das historische Stadtzentrum durch die UNESCO im Jahr 1997 zum Weltkulturerbe ernannt. Eine Auszeichnung, mit der man in Tallinn offenbar bestens umzugehen weiß. Vorbildlich ist zum Beispiel die Art und Weise, wie man in Tallinn den Problemen des großstädtischen Abfallaufkommens beikommt.

 

Strenge Richtlinien sowie ein außergewöhnlich hohes Maß an öffentlichkeitswirksamer Pflege von Gebäuden und Grünanlagen brachten Tallinn unlängst den Titel Sauberste Stadt Europas ein. Kann es einen besseren Beweis dafür geben, wie sehr den Esten am Erhalt und an der Entwicklung ihrer Hauptstadt gelegen ist?

 

 

 

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