Estland

Die Altstadt - Lebensart in klassizistischer Umgebung

Rund um den historischen Rathausplatz laden hübsche Straßencafes zu einem netten Nachmittag in Sichtweite des Flusses Emajõgi ein. An schönen Tagen säumen Einheimische und Besucher gleichermaßen die langgezogene, auf ganzer Fläche mit Kopfstein gepflasterte Freifläche im Zentrum der Universitätsstadt. Die Atmosphäre ist angenehm, der Tourismus keineswegs überbordend.

 

Das Rathaus von Tartu
Das Rathaus von Tartu. Gleich hinter dem Gebäude beginnt der Aufstieg zum Domhügel.

Vor allem abends entpuppt sich der Stadtkern auch bei den zahlreichen Studierenden der bereits 1632 gegründeten Universität als beliebter Treffpunkt für tiefsinnige Gespräche und (natürlich) das ein oder andere alkoholische Getränk.

Kein Zweifel: Tartu ist fortschrittlich, großstädtisch und modern. Und dennoch befindet sich die Stadt in einigen Bereichen (erfreulicherweise) in einer Phase der historischen Rückbesinnung.

Beispiel Architektur: Im gesamten Stadtbereich haben sich die störenden Schnellbau-Elemente sozialistischer Prägung in den vergangenen Jahren sukzessive ausgedünnt. Vielerorts präsentiert sich der historische Stadtkern nun bereits wieder als das, was er ursprünglich einmal war - ein überregional geschätztes Kleinod des Klassizismus.

 

Rüütli Tartu
Die Rüütli (Ritterstraße) in der Altstadt: Belebt und beliebt.

Von auffälliger Schönheit ist das historische Rathaus. Es gehört anerkanntermaßen zu den bedeutendsten frühklassizistischen Bauwerken in Estland, errichtet 1786 nach den Plänen des Rostocker Architekten Johann H. B. Walther. Ein Brunnen und die alte Apotheke runden das direkte Umfeld mit einem weiteren Schuss "Vergangeneit" ab.

 

Auf dem Weg zum Domhügel.

Entlang der parallel zum Flussufer verlaufenden Fußgängerzone haben sich darüber hinaus eine Menge interessanter Shops, Restaurants, Kneipen und Antiquariate etabliert. Man bummelt, verweilt, nascht und vergleicht – ein weiterer Beweis für die positive Entwicklung des historischen Stadtkerns.

Aufbruch und Wandel Tartus blieben in der jüngeren Vergangenheit auch der internationalen Prominenz nicht verborgen. Beispielsweise besuchte im Sommer 2005 Ex-Bundespräsident Horst Köhler die Stadt, um die frisch restaurierte Jani–Kirche einzuweihen. Das zu Ehren des Hl. Johannes (Jani) errichtete Gotteshaus war im Verlauf des 2. Weltkriegs fast völlig zerstört worden.


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