Estland

Der Domhügel – Historisches Glanzlicht über der Stadt

In unmittelbarer Nähe des Rathauses beginnt über die Schlosstraße (Lossi) der Aufstieg zum Domhügel (Toomemägi), der geschichtsträchtigen Erhebung im Herzen der Stadt. Aufgrund seiner strategischen Lage wurde der Hügel jahrhundertelang fast ausschließlich militärisch genutzt. Unter akademischer Federführung erfolgte im Laufe der Zeit jedoch eine erfreuliche „Zweckentfremdung“ des sehenswerten Areals.

 

Observatorium Tartu
Das alte Observatorium. 1811 auf dem Domhügel errichtet.

Heute präsentiert sich die Erhebung dank gezielter Aufforstungen als eine Art innerstädtische Oase der Ruhe und Naturverbundenheit. Ehemals militärisch genutzte Gebäude haben nun in erster Linie zivilen Charakter, gehören zur Universität oder fungieren schlicht und ergreifend als Sehenswürdigkeit.

 

Durch die recht steil ansteigende Schlossstraße wird der Fuß des Domhügels in nordöstlicher Richtung in zwei Hälften aufgespalten. Hier verbindet die einem Stadttor ähnelnde Engelsbrücke Ost und West der Erhebung miteinander. Längere Fußmärsche bzw. Umwege werden somit vermieden. Alles ist jederzeit in Reichweite.

 

Ruine Dom Kirche
Die Ruine der Dom-Kirche.

Den Westteil dominiert eindeutig die gewaltige Ruine der Domkirche (Toomkirik), die im 13. Jahrhundert erbaut wurde und im Zuge des Livländischen Krieges (1558-1583) nach und nach zerfiel.

 

Der zu weiten Teilen erhaltene Chorraum des Gotteshauses dient heute als universitätsgeschichtliches Museum, wo seit Anfang der 1980er Jahre umfassende historische Einblicke in die akademische Lehre Tartus gewährt werden.

 

Domhügel
Im Park auf Domhügel.

Der Rest der Ruine wurde baulich abgesichert sowie an einigen Stellen restauriert. Interessierte Besucher können den Dom über eine Aussichtsebene besteigen und erhalten zur Belohnung einen schönen Blick auf weite Teile der darunter gelegenen Parkanlagen.

Im Osten des Areals sind das Alte Anatomikum (Vana anatoomikum) und das altehrwürdige Observatorium (Tähetorn) zu finden, welches im 19. Jahrhundert die modernste Sternwarte in ganz Europa war. In der Summe kommen damit die religiöse als auch die akademische Tradition der Stadt mit nahezu jedem Stein des Domhügels eindrucksvoll zur Geltung – umgeben vom Idyll eines prächtigen Parks.


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