Estland

Tartu – Chronologie der Stadtgeschichte

Die erste urkundliche Erwähnung der estnischen Siedlung Tarpatu reicht auf das Jahr 1030 zurück, als Großfürst Jaroslaw von Kiew die bestehenden Holzpalisaden zerstören und unter dem Namen Jurjev zu einer steinernen Festung ausbauen ließ.

 

Gemälde Tartu
Zeitgenössische Darstellung Tartus aus dem Jahr 1866.

1215 wurde die Befestigung vom Schwertbrüderorden erobert und in Dorpat – den deutschen Namen Tartus – umbenannt. Unwesentlich später der Aufschwung: 1224 wurde die Stadt Bischofssitz, 1280 fand sie als wichtiges befestigtes Bindeglied zwischen Reval und Nordwest-Russland Anschluss an die Hanse.

 

Durch den Livländischen Krieg (1558-1583) zunächst in russischen Besitz übergegangen, waren es gegen Ende der Auseinandersetzungen litauisch-polnische Machthaber, die in Dorpat das Sagen hatten. Das für estnische Verhältnisse geradezu normale Wechselspielchen um Macht und Vorherrschaft hatte hiermit begonnen.

 

1625 wurde Dorpat zwischenzeitlich von schwedischen Truppen erobert, woraufhin König Gustav Adolf II. im Jahr 1632 die altehrwürdige Akademie gründen ließ. Für die Stadt war es der Auftakt in eine weitere kurze Blütezeit.

 

Hanse Tage Tartu
Große historische Attraktion: Die Hanse-Tage in Tartu.

Nach blutigen Kämpfen ging Dorpat 1721 schließlich erneut in russischen Besitz über, woran sich bis zur ersten estnischen Unabhängigkeitserklärung im Jahre 1918 nichts änderte. In diesem Zeitraum etablierte sich Tartu als offizieller Stadtname.

 

Ab 1944 folgte dann die Eingliederung Estlands in das Sowjetreich, woraufhin sich die Stadt im Verlauf des Kalten Krieges zum wichtigsten Luftwaffenstützpunkt im gesamten Baltikum entwickelte. 1990 schließlich folgte mit dem Zusammenbruch des Warschauer Pakts auch im ländlich geprägten Südosten Estlands der Weg in die lang ersehnte politische Unabhängigkeit.

 

 

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