Estland

Chronologische Zeittafel der estnischen Geschichte

Ca. 5000 v. Chr.: Finnougrische Volksstämme siedeln aus Nordasien in das Baltikum. Sie gelten als die Vorfahren der Esten.

 

Ab 800 v. Chr.: Dänische und schwedische Aggressoren starten erste Eroberungs- und Unterwerfungsversuche gegen estnisches Territorium.

 

Ab 1227 n. Chr.: Der Deutsche Orden übernimmt die Herrschaft über weite Teile Estlands. In der Folgezeit stehen lediglich die nördlichen Regionen unter dänischer Obhut.

 

1230: Gründung der Stadt Reval durch Vertreter des Deutschen Ordens. Heutiger Name: Tallinn - die Hauptstadt Estlands.

 

1346: Dänemark verkauft seine Gebietschaften im Norden Estlands an den Deutschen Orden. Damit ist der Baltenstaat komplett in deutscher Hand.

 

1410: Der Deutsche Orden erleidet bei dem Versuch, Estland über einen Landkorridor an Ostpreußen anzuschließen, eine vernichtende Niederlage. Die Schlacht bei Tannenberg gilt seither als ein entscheidender politischer Wendepunkt – die Macht des Ordens beginnt zu bröckeln.

 

1558 – 1583: Der Livländische Krieg beendet die Vormachtstellung des Deutschen Ordens. Im Frieden von Jam Zapolski erkennt das geschlagene Russland die Zersplitterung Estlands in polnische, schwedische und dänische Einflusszonen an.

 

Ab 1629: Schweden baut seinen Machteinfluss durch die Vertreibung der Polen auch auf den Süden Estlands aus. Es folgen jedoch harte kriegerische Auseinandersetzungen mit russischen Truppen um die östlichen Teile des Landes.

 

1700 – 1721: Im Großen Nordischen Krieg nehmen zaristische Truppen Besitz von ganz Estland, was von Schweden im Frieden von Nystad offiziell anerkannt wird.    

 

1739 – 1816: Die estnischen Bauern geraten in Leibeigenschaft. Sie sind macht- und besitzlos der Willkür deutscher oder russischer Gutsherren ausgesetzt. Zur Verwirklichung der wirtschaftlichen Eigenständigkeit bleibt ihnen dadurch allenfalls die Emigration. Später jedoch signifikante Verbesserungen.

 

1869: In Tartu findet das erste gesamtestnische Sängerfest statt. Es kommt zu einer deutlichen Verstärkung des estischen Nationalbewusstseins.

 

Ab 1870: Mit der Einführung der ersten Eisenbahnlinie setzt auch in Estland die industrielle Revolution ein.

 

1914 – 1918: Im Verlauf des 1. Weltkriegs werden die russischen Truppen aus dem gesamten Baltikum verdrängt. Estland bleibt in der Folgezeit kurzfristig unbesetzt.

 

1918 – 1920: Im Estnischen Freiheitskrieg gelingt die endgültige Befreiung des Landes. Im Frieden von Tartu erkennt das kriegszermürbte Russland am 2. Februar 1920 offiziell die Unabhängigkeit Estlands an. Am 15. Dezember tritt erstmal eine estnische Verfassung in Kraft.

 

1920 – 1940: Die Erste Republik steht zeit ihres Bestehens auf wackligen Beinen. Zwar verhelfen umfassende Reformen der estnischen Bevölkerung zu eigenem Besitz und deutlich verbesserten Lebensbedingungen. Doch innenpolitisch herrscht starke Zersplitterung.

 

1934 verhängt Ministerpräsident Päts den Ausnahmezustand, um nach einer Volksabstimmung ohne Parlament zu regieren.

 

1939 – 1945: In den Wirren des 2. Weltkriegs geht Estland zunächst in russischen, dann in deutschen und ab 1944 schließlich endgültig wieder in russischen Besitz über.

 

Bis 1991: Die Estnische Sowjetrepublik wird über eine aus dem Kreml gesteuerte Regierung geführt. Es kommt zur Ansiedlung von knapp 200.000 russischen Arbeitern. Estland geht damit politisch und wirtschaftlich de facto im riesigen Sowjetimperium auf; respektive unter.

 

Seit 1991: Mit dem Zerfall der Sowjetunion kommt es zur Gründung der Zweiten Estnischen Republik (Eesti Vabariik). Ab dem 20. August 1991 ist Estland offiziell wieder eigenständig. Es folgen die Aufnahme in die UNO und in den Europarat.

 

2004: Estland ist Mitgliedsstaat der Europäischen Union (EU).

 

 

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