Estland

Das Matsalu-Naturschutzgebiet

Die im Landkreis Läänemaa gelegene Matsalu-Bucht steht mitsamt einem breiten Küstenstreifen schon seit 1957 unter Naturschutz. Vor allem Vogelliebhabern gilt das knapp 500 Quadratkilometer große Gebiet im Westen Estlands als wahres Paradies.

 

Idyll am Kasari Fluss
Am Kasari-Fluss. Verwildert und nahezu unberührt.

Zeitweise leben hier nicht weniger als 280 Arten – darunter auch ornithologisch bedeutsame Gattungen wie der Seeadler oder der Kormoran. Entsprechend groß ist die behördliche Vorsicht im Umgang mit dem Tourismus. Besucher dürfen sich daher nur über ausgewiesene Wege ein Bild von den Reizen des geschützten Areals machen.

 

Zudem bedarf es für eine Erkundungsfahrt per Boot einer vorherigen Anmeldung im zuständigen Verwaltungszentrum, das auf einem ehemaligen Gutshof in Penijõe ansässig ist. Samt Museum und Gästehaus ist die Siedlung im Süden der Matsalu-Bucht als das "touristische Zentrum" der Region anzusehen.

 

Ein Stück weiter nördlich befindet sich mit dem Gut Haeska eine weitere Übernachtungsmöglichkeit. In dem klassizistischen Gebäude finden rund 30 Gäste Platz. Zudem gewähren das dazugehörige Studien- und Dokumentationszentrum sowie der nahe gelegene Aussichtsturm interessante Einblicke in die sprichwörtlich heile Welt des Naturschutzgebietes.

 

Im Delta-Gebiet des Kasari-Flusses und in der flachen Bucht von Matsalu bieten die Auen, Schilf- und Heideflächen und viele kleine Holme einen idealen Lebensraum für zahlreiche Tierarten. Hunderttausende Zugvögel durchziehen jährlich das geschützte Gebiet, dessen Betreiber sich neben der wissenschaftlichen Erforschung von Fauna und Flora vor allem dem Schutz von Rast- und Nistplätzen verschrieben haben.

 

Wald Matsalu
Undurchdringlich für Mensch, nicht für Tier.

Doch auch menschliche Gäste sind jederzeit herzlich willkommen. Fünf Wander- oder vielmehr Lehrpfade in unterschiedlichen Längen (zwischen 2 und 8 km) ermöglichen auch Hobby-Ornithologen den Zugang in die augenscheinlich unberührte Natur.

 

Darüber hinaus stehen Besuchern insgesamt sechs Aussichtstürme zur Verfügung, von denen sich lediglich einer in Privatbesitz befindet. Es handelt sich um den Aussichtsturm von Jugasaare, wo im Falle der Nutzung eine kleine Gebühr anfällt. Bei den Türmen von Penijõe, Suitsu und Haeska existieren schöne Picknickplätze.

 

Neben Vögeln besiedeln Schlangen, Echsen, Amphibien, Rehe und Myriaden von Insekten das Gebiet. Beim Durchwandern der Hochgraswiesen ist das Hohelied der Natur daher wie nirgendwo sonst in Europa zu vernehmen. Es summt, brummt, zirpt, zischt und zwitschert, dass es eine wahre Freude ist.

 

 

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